Reisebericht

FLORIDA und Westliche Karibik - September 2011
Woche 1: Miami - Key West - Naples - Captiva
Unser Swiss-Flug ab Zürich kommt fast pünktlich an und die Zollabfertigung am Miami International Airport erfolgt erstaunlich schnell - die Ferien können beginnen! Für unsere erste Übernachtung haben wir das Best Western Premier Miami gewählt. Es gibt einen Shuttledienst zum Hotel; nach etwas über einer halben Stunde haben wir die Shuttles aller Hotels in Miami kennen gelernt, nur das Best Western war leider nicht dabei. Taxi! Am nächsten Morgen holen wir das Mietauto ab. Wir haben uns für ein Cabrio entschieden (passte hervorragend zum Wetter) und bekommen einen schicken Ford Mustang. Der Haken an der Sache: in den Kofferraum passt nur einer unserer Koffer, der zweite muss auf dem Rücksitz Platz nehmen.
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OK, alles drin, Dach geöffnet und los.

Die Fahrt geht in Richtung Key West, die Route ist abwechslungsreich und führt über diverse beeindruckende Brücken. Nach etwa zwei Stunden schliessen wir das Verdeck wieder und beschliessen, in Key West bald eine Kopfbedeckung zu kaufen - die Sonne hat ganz schön Kraft. Am Nachmittag erreichen wir Key West und suchen zunächst unser Hotel auf, das Parrot Key Resort. Die Zimmer sind gross, hübsch und das Hotel liegt sehr ruhig. Das Nachtessen nehmen wir auf einer Terasse am Hafen ein, es schmeckt bei den sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad so gut wie das kühle Bier dazu. Am nächsten Tag ist City und Shopping angesagt. Key West ist toll, speziell die Duval Street mit den vielen Shops, Bars, Cafés etc. Beim Shoppen spart man nicht viel Geld, die Läden sind meist teuer, bieten aber auch sehr gute Ware und die Boutiquen führen Artikel, die man bei uns nicht unbedingt sieht. Das nächste Ziel ist Naples, also wieder über die vielen Brücken retour.

Naples ist ausgesprochen schön, gepflegt und sehr grosszügig konzipiert. Unser Hotel ist das Inn on Fifth, das gut ins Bild passt, zwischen gepflegt und vornehm angesiedelt ist, und direkt vor unserem Fenster einen hübschen Pool bietet. Naples ist unser Ausgangspunkt für einen Abstecher in die Everglades. Wir fahren nach Everglades City und überlegen, ob wir mit einem Airboat hindurch fräsen wollen. Wir entscheiden uns dann aber für ein konventionelles Boot, da die Chancen, Tiere zu sehen, (scheints) viel besser stehen. Ab zu den Alligatoren.
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Wir fahren zunächst durch Mangrovengebiet und bekommen einige interessante Informationen. Bald schon werden wir auf einen Adler aufmerksam gemacht; dieser sollte aber vorläufig das einzige Tier bleiben, das wir zu Gesicht bekommen. Aber hinter der nächsten Ecke lauern bestimmt die A.. Nein, nur Mangroven. Nachdem die Hoffnung geschwunden ist, macht uns der Bootsführer darauf aufmerksam, dass wir ein Manatee geweckt hätten (eine Seekuh) - die Spannung steigt. Durch das dunkle Wasser ist es aber kaum zu erkennen, zumal wir nicht die empfohlenen Polarizing Glasses haben. OK, immerhin holt es einmal kurz Luft, das war's dann aber. Es geht zurück und zurück bleibt auf das Gefühl, dass ein anderer Ausgangspunkt vermutlich besser gewesen wäre.

Das Weekend naht, wir fahren in Richtung Sunibel Island und nach Captiva. Das South Seas Island Resort liegt traumhaft am nördlichen Ende der Insel. Unser Zimmer kann man als grosszügige 2- Zimmer-Wohnung bezeichnen, die Küche verfügt über alles, was man sich vorstellen kann, inklusive Eismaschine. Wir haben ein Zimmer in einer Beach Villa gebucht, der Blick aufs Meer ist super.
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Weniger super sind die Verpflegungsmöglichkeiten. Es gibt einen kleinen Supermarkt, Restaurants gibt es aber im ganzen Resort nur drei, in zweien hätte man reservieren sollen... Bleibt das Barbecue. Wir betreten es erwartungsfroh - und machen rechts umkehrt. Selbst die McDonalds bei uns sind gemütlicher. Nach einer halben Stunde Autofahrt finden wir dann doch noch ein Lokal, zwar laut aber immerhin gut. Die nächsten 2 Tage sind Strand angesagt. Dieser ist übersäht von Muscheln, Sonnenschirme und Liegestühle gibt's gratis und das Wasser hat 30 Grad - was will man mehr. Den Strandläufern zuzusehen ist dann allerdings die einzige Unterhaltung, die Alternative wäre der riesige TV im Wohnzimmer, sonst ist Captiva nicht auf Unterhaltung ausgerichtet.

Woche 2: Captiva - Orlando - Cape Canaveral - Ft. Lauderdale - Miami
Unsere zweite Woche startet in Orlando. Die Traktandenliste hat zwei Punkte: Shopping und Freizeitpark. Wir starten mit Traktandum 1 und suchen eine der berühmten Malls auf. Ein kleines Städtchen bietet Geschäft an Geschäft, alle bekannten Modelabels und Sportartikelhersteller haben ihr eigenes "Einkaufszentrum". Wir haben viel Platz in unserem Reisegepäck gelassen, damit alle Einkäufe Platz finden. Diese fallen dann allerdings bescheiden aus. Ein Grossteil der Ware sieht so billig aus wie der angeschriebene Preis, Made in China steht wohin das Auge blickt. Die meisten Marken kennen wir aus Europa bestens; die Preise bei uns sind deutlich höher - die Qualität allerdings auch. Alles ist zu Hause halt doch nicht so schlecht. Am Tag darauf steht der Freizeitpark an. Wir entscheiden uns für "Islands of Adventure" der Universal Studios. Der Transfer vom Crown Plaza zum Parkeingang klappt gut, der schwarze Buschauffeur unterhält die Fahrgäste königlich und öffnet die Türen sogar für ein paar Enten, die es sich dann aber doch anders überlegen. Der Besucherandrang im Park ist morgens um halb 10 bescheiden (im Europapark sieht's um diese Zeit anders aus). Wir absolvieren den Parcours im Gegenuhrzeigersinn und können die ersten Bahnen ohne Wartezeit geniessen. Gespannt sind wir auf die Harry Potter Zone.
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Wir werden nicht enttäuscht: ein verschneites Hogsmeade erwartet uns, darüber prangt Hogwards und sogar Butterbier wird frisch gezapft (es schmeckt gut, wer allerdings Bier erwartet hat, wird enttäuscht). Natürlich probieren wir auch die Attraktion "Harry Potter and the Forbidden Journey" aus, was sich als Mischung zwischen Achterbahnfeeling und 3D-Kino herausstellt, ein echtes Erlebnis. Für Hartgesottene gäbe es auch noch die "Dragons Challenge", welche wir unserem Magen jedoch nicht antun…

Nach Fun in Orlando geht es weiter an die Ostküste, wo es am Folgetag ein Frauen- und ein Männerprogramm gibt. Die Frauen besichtigen den Brevard Zoo im Melbourne und sehen nebst einer Vielzahl an interessanten Tieren endlich auch echte Alligatoren. Die Männer zieht es nach Cape Canaveral ins Kennedy Space Center. Die Anlage ist eindrücklich und während der Führung erhält man den Eindruck, dass sich der ganze Nationalstolz der USA in dieser Ecke des Landes konzentriert.
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Es gibt viel zu sehen und in einem Simulator kann man sogar einen realistischen Eindruck eines Space-Shuttle-Starts erhalten. Alles in allem ein äusserst lohnenswerter Ausflug - vorausgesetzt, man interessiert sich für Technik. Die nächste Zwischenstation auf dem Rückweg nach Miami heisst Fort Lauderdale. Der Ort ist sehr lebendig. Wir essen abends in der Cheesecake Factory, einem ausgezeichneten Lokal mit einer riesigen Speisekarte, und geniessen den nächtlichen Spaziergang durch die Einkaufsmeile.
Die Nacht verbringen wir im Riverside Inn. Das Hotel bietet wenig Luxus für einen recht hohen Preis; noch weniger sind wir vom Streit zweier Hotelgäste begeistert, der morgens um 4 von der Polizei beendet wird - diese Nacht können wir abhaken. Mit wenig Lust auf eine weitere Nacht brechen wir am Morgen nach Miami auf. Wir planen kurzfristig einen Abstecher ins Miami Seaquarium. Dort bekommen wir einige gute Delphin- und Killerwalshows zu sehen. Daneben können Alligatoren, Krokodile und Schildkröten bestaunt werden, ein "Touch pool" ermöglicht sogar den Kontakt zu kleinen Rochen (Stingrays). Die letzte Nacht vor dem Einschiffen verbringen wir im Crowne Plaza Miami Airport - günstig und empfehlenswert.

Woche 3 - Carnival - Kreuzfahrt in der westlichen Karibik
Sonntagsprogramm: Mietwagen abgeben und ab aufs Schiff. Die Carnival Valour ist mit ihren 12 Stockwerken imposant, gut 3000 weitere Gäste werden uns die kommende Woche begleiten. Das Einchecken verläuft via Selbstbedienungsterminals recht flüssig, gespannt treten wir ein. Das Schiff macht auch innen einen guten Eindruck, ebenso unsere Balkonkabine im 11. Stock.

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(Richtig, dieses Bild wurde nicht in Miami aufgenommen, aber das Schiff stimmt). Ein erster Rundgang führt zwangsweise zum Casino in der Schiffsmitte, dem einzigen Durchgang vom Vorderschiff zum Heck und 24 Stunden in Betrieb. Sonst gibt es zwei Einkaufsläden, gemessen an der Grösse des Schiffs eher bescheiden, dafür zahlreiche Bars, Kaffeeecken, Selbsbedienungsrestaurants sowie vorne und hinten ein Pool mit angrenzenden Whirlpools und viele Liegeplätze.

Nach einem Seetag legt die Carnival auf den Cayman Islands an - oder eben nicht ganz, um an Land zu kommen, muss ein Tender bestiegen werden. Dies geht allerdings zügig und schon bald sind wir bereit für den Besuch auf der berühmten Schildkrötenfarm. Solche bekommen wir auch in grosser Anzahl zu sehen, von einigen Wochen alten Jungtieren bis zum einige hundert Kilo schweren Oldie.
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Mit allen Exemplaren kann man hautnah in Kontakt treten. Daneben gibt es eine künstliche Lagune, in der man schnorcheln und nebst Schildkröten auch Fische (und andere schnorchelnde Touristen) beobachten kann. Wir sind zum Glück früh dran, der Ansturm hält sich in Grenzen. An Land tummeln sich zahlreiche Echsen, speziell die leuchtenden grünen Leguane. In einem zweiten Becken, das nicht zum Schnorcheln freigegeben ist, kann man Haie beobachten. Es bleibt auch noch genügend Zeit zum Relaxen, bevor uns der Bus wieder zum Schiff bringt.

Am kommenden Tag legen wir an der Mahogany Bay in Roatan an, das zu Honduras gehört. Diesmal geht’s ohne Shuttle. Für heute haben wir einen Ausflug zu Delphinen gebucht, Dolphin Touch. Der Bus bringt uns zu einer kleinen Ortschaft, von dort weiter mit einem Boot zu einer Insel, dem Anthony’s Resort. Die Delphine sehen wir schon von weitem springen, es sieht fast so aus, als würden sie uns erwarten. Sie haben einen grossen, abgesperrten Bereich, wo sie zu Hause sind und wir erfahren, dass rund 40 Delphine aller Altersstufen dort wohnen. Wir legen unsere Sachen ab und können uns in 6er- Gruppen ins Meer begeben. Unser Trainer erzählt uns etwas über Delphine und wir warten auf “unseren” Delphin, der aber im Moment keine Lust zu haben scheint. Eine Minute später kommt er aber daher geschwommen und bremst kurz vor der Gruppe. Wir dürfen ihm guten Tag sagen, ihn streicheln und er scheint das zu geniessen. Er führt diverse Kunsttücke vor, z.B. dem Tailwalk, bei dem er wie auf der Schwanzflosse aufrecht über das Wasser zu gehen scheint. Dann ist Fototermin, die Fotografin macht rund 40 Bilder von uns, die wir später im Laden für 40$ auf einer CD kaufen können - ein faires Angebot, zumal fast alle Bilder ausgezeichnet sind.
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Nach einer Dreiviertelstunde bring uns das Boot zurück an Land - zurück bleiben die Delfine und tolle Erinnerungen.

Die Kreuzfahrt hat Halbzeit und wir lagern vor Belize. Wir haben einen Ausflug nach Xunantunich gebucht. Das Shuttle bringt uns in einer 20-Minütigen Fahrt an Land, es folgt eine 2-Stündige Busfahrt. Dann noch ein kurzer Fussmarsch bergauf, und die ersten Mayaruinen kommen ins Blickfeld. Die Anlage ist recht gross. Wir erfahren einige Interessante Dinge über die Mayas und auch, dass wir die höchste Pyramide besteigen können (wenn wir keine Höhenangst haben). Machen wir natürlich. Es geht zunächst über eine Treppe mit überdimensionalen Stufen, dann über Wege und kleinere Treppen hinauf bis zum Gipfel. Es hat keinerlei Geländer, die Suva war vermutlich noch nicht hier. Schliesslich sind wir oben und geniessen einen herrlichen Blick über Belize und das nahegelegene Guatemala.
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Die zwei Stunden Aufenthalt vergehen wie im Flug, schon wartet der Bus wieder. Nach einem (gar nicht schlechten) einheimischen Mittagessen und erneuten 2 Stunden Busfahrt und dem Tender kommen wir müde im Schiff an. Nach einer kühlen Dusche sind wir wieder fit, wir essen heute im Steakhouse (gegen Aufpreis) und lassen uns kulinarisch verwöhnen. Danach noch ein Schlummertrunk bei Brad im Lindy Hop, der Piano bar und dann... Nein heute geht’s länger. Die Stimmung in der Bar ist super, es geht bei Oldies wie Sweet Caroline, Summer Nights oder bei Titeln von Abba oder Elton John die Post ab, erst recht, als Brad auch noch einige nicht ganz jugendfreie Songs zum besten gibt. Das Bett muss heute lange auf uns warten...

Am Freitag legen wir in Cozumel (Mexico) an. Das Wetter ist zum ersten Mal etwas unsicher, nach dem Abend bei Brad stehen wir aber auch nicht so früh auf. Wir haben nichts gebucht, gehen mal kurz an Land, aber bald wieder aufs Schiff zurück, bevor der Regen kommt. Heute ist Ruhetag angesagt. Nach einem weiteren Seetag bei herrlichem Sonnenschein und ruhigem Seegang kommen wir am Sonntag nach Miami zurück. Beim Ausschiffen gibt’s etwas Stau, alles geht aber reibungslos über die Bühne. Wir verbringen noch wenige Stunden im Miami Beach, bevor das Flugzeug langsam ruft. Am Abend hebt unser Airbus A340 der Swiss ab und bringt uns zurück nach Zürich. Dort drehen wir noch einige Zusatzrunden wegen Nebel, zum Glück ist es aber auch in der Schweiz noch warm, sodass der Umstieg von den 30 Florida-Graden nicht so krass ist.

Florida war eine Reise wert, einige Orte wollen wir wieder besuchen. Die Kreuzfahrt hat Spass gemacht, auch wenn das amerikanische Publikum manchmal etwas eigen war. Gemessen am günstigen Preis ging die Cruise aber absolut in Ordnung.