Reisebericht

DJERBA - Mai 2007
Hotel Les Sirenes
Wir landen am Montag Morgen nach einem ruhigen Flug mit der Hello auf Djerba. Das Anstehen bei der Einreisekontrolle dauert fast so lange wie der Flug (oder es kommt einem zumindest so vor). Die Fahrt zum Hotel mit dem fast leeren Bus dauert dagegen kaum eine halbe Stunde. Der Empfang im Hotel Les Sirenes ist freundlich, das Check-In geht schnell und bald packen wir in einem sehr schönen und geräumigen Zimmer unsere Koffer aus.
Am Nachmittag erkunden wir das Gelände. Das Hotel verfügt über 3 Aussenpools (Meerwasser, Süsswasser und durch Schwefel und Eisen trübes Thermalwasser) und 2 Hallenpools (Süsswasser frei zugänglich, Meerwasser mit Thalassokur).

Djerba-07-400


Die Anlage ist schön, sehr gepflegt und weitläufig. Das gleiche gilt für den Strand; wie es sich herausstellen sollte, ist der Strandabschnitt beim Les Sirenes der eindeutig schönste (sprich sauberste) weit und breit, nicht einmal die weiter nördlich gelegenen 5-Sterne-Hotels können da mithalten. Wir haben Halbpension mit Buffet zum Morgen- und Nachtessen. Das Essen ist durchwegs gut, wenn auch der Kaffee nicht Schweizer Niveau hat und der Hauptgang beim Nachtessen wenig Abwechslung bietet. Dafür sind das Salat- und das Dessertbuffet ausgezeichnet und nach etwas durchprobieren findet man auch sehr guten tunesischen Wein (rot: Cabernet Sauvignon, weiss: Sidi Reis). Mittagessen gibt's im gemütlichen Strandrestaurant, in dem man von den gleichen aufmerksamen und freundlichen Kellnern bedient wird wie sonst im Hotel.
Djerba-07-463
Natürlich probieren wir auch die Thalasso-Therapie aus. Man schlägt uns eine Kur mit 4 Tagen à 3 Behandlungen vor, die wir für rund 300 Dinar (etwa 300 CHF) buchen. Am Anfang steht eine kurze Untersuchung bei der Ärztin, die das Programm gegebenenfalls massschneidert. Die Anlagen sind relativ neu, sehr sauber und man fühlt sich sofort wohl. Es gibt Aquagym, Hammam, Algentherapie, Unterwassermassage mit zahlreichen Düsen und Ganzkörpermassage mit natürlichen Ölen. Für die 3 Behandlungen investiert man insgesamt jeweils etwa 2-3 Stunden und kommt sehr entspannt wieder heraus. Auch hier macht das Personal einen fachkundigen Eindruck, ist sehr freundlich und versorgt einen regelmassig mit verschiedenen Tees. An den Kurtagen kann man zudem das Indoor-Meerwasserbecken und den Fitnessraum mit verschiedenen Trainingsgeräten benutzen. Punkto Unterhaltung läuft ansonsten wenig. Die Gäste sind meist höheren Alters und das Hotel ist vielleicht zu etwa einem Drittel besetzt (was natürlich sehr angenehm ist). Am Samstag ist Livemusik in der Diskothek angesagt, dort gehen wir natürlich hin. Ausser uns tanz sogar noch ein weiteres Paar bis um 23 Uhr, dann ist aber auch schon Schluss. Der tunesischen Abend am Donnerstag gehört nicht zu dem, was man gesehen haben muss. Aber: Wir sind ja auch zum Ausspannen gekommen und dafür war das Les Sirenes absolut ideal. Tip: Zimmer im Neubau buchen, die anderen sind sehr klein und allenfalls als Einzelzimmer zu empfehlen.

Ausflug aufs Festland
Bei TUI buchen wir einen 2-tägigen Ausflug aufs Festland. Auch der ist mit rund 160 Dinar pro Person (inkl. Übernachtung) nicht teuer. Angenehme Überraschung zu Beginn: unsere Gruppe umfasst gerade einmal 6 Teilnehmer! Mit einem klimatisierten Kleinbus geht es vorbei an tausenden Olivenbäumen ins Landesinnere. Zuerst besuchen wir die alten Getreidespeicher in Médenine, dann die unterirdischen Wohnhäuser in Matmata.
Djerba-07-131
Das Hotel, in dem wir zu Mittag essen, diente auch schon als Kulisse für "Star Wars". Danach fahren wir durch eine eindrückliche Landschaft nach Douz am Rande der Sahara. Dort steht der Ritt auf einem Dromedar auf dem Programm. Nachdem alle ihren Umhang und die Kopfbedeckung gefasst haben, geht es ab in Richtung Wüste. Der wacklige Untergrund bahnt sich den Weg durch den Sand, nach einer guten halben Stunde können wir absteigen und den superfeinen Sand bestaunen - er zerrinnt in den Händen wie Mehl.Nach einem guten Nachtessen im Hotel Mehari müssen wir am nächsten Morgen früh aufstehen. Um 6.30 fahren wir wieder los in Richtung Chott El Jérid, der Salzwüste.
Djerba-07-217
In der Mitte des riesigen Salzsees machen wir einen Zwischenhalt und erkunden die einmalige Umgebung. Durch den salzigen Untergrund bahnen sich kleine Bäche mit dunkelblauem oder roten Wasser (Zinkgehalt) den Weg. Man hat das Gefühl, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein. Blickt man Richtung Westen, ist kein Horizont mehr auszumachen - Himmel und Erde verschmelzen. Als nächstes steht eine Kutschenfahrt in eine Oase an. Diese ist mässig interessant, man hätte sich den Umweg auch sparen können. Dann steht aber die Fahrt mit dem Nostalgiezug "Lézard Rouge" auf dem Programm. In gemächlicher Fahrt geht es ins Atlasgebirge und dort bieten sich fantastische Szenarien. Man kommt sich teilweise vor wie im Grand Canyon - nur hat alles noch einen etwas orientalischen Touch.
Djerba-07-260
Überall tauchen wieder kleine Flüsse und Palmen auf, die unter steilen Felswänden ein Plätzchen gefunden haben. Tief beeindruckt fahren wir dann ziemlich direkt Richtung Djerba, am Abend sind wir wieder im Hotel. Eines ist klar: Diesen Ausflug hätten wir nicht missen wollen!