Reisebericht

Über Singapur nach BALI - September/Oktober 2013
Montag, 30. September
Es ist 6 Uhr, als wir in Singapur landen. Die Einreise geht sehr schnell. Wir holen uns zuerst ein paar Singapur Dollar, dann ab in ein Taxi zum Hotel Shangri-La. Die Fahrt durch die Stadt ist ein Geduldspiel (zumindest für den Fahrer), es ist Rush Hour. Es regnet noch, also zunächst ein Mal aufs Zimmer und Schlaf nachholen. Um ein solches zu erhalten, müssen wir zuerst upgraden - die 80$ Aufpreis sollten sich aber lohnen. Damit haben wir Zutritt zur exklusiven Lounge im 24. Stock, wo wir nach einer kurzen Schlafpause immerhin kostenlos den ersten kleinen Hunger stillen können.

Den Nachmittag nutzen wir für einen Besuch im nahe gelegenen botanischen Garten. Dieser ist riesig und schön angelegt. Der Eintritt in den Orchideengarten kostet etwas, lohnt sich aber auf jeden Fall. Er bietet eine grosse Vielfalt an Pflanzen und ist toll gestaltet.
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Dienstag, 1. Oktober
Nach einem guten Frühstück im 24. Stock stehen wir um 8 Uhr pünktlich für die German Guided Tour bereit. Der Abholdienst ist nicht ganz so pünktlich, aber wir kommen beim Treffpunkt an. Es gibt zunächst eine Fahrt durchs Hafenquartier, dann können wir im Chinesenviertel zum ersten Mal aussteigen. Eindrücklich ist der Besuch in einem Tempel, in dem viele Gläubige nach den monotonen Klängen der Mönche beten. Es geht weiter zu einem Aussichtspunkt über der Stadt, dann gehts zum botanischen Garten, den wir allerdings schon kennen. Die Tour endet mit einem Abstecher nach Little India, wo wir durch eine riesige (und trotzdem enge) Markthalle gelotst werden.
Wir haben allen Vermittlungsversuchen der Guide für ein Mittagessen widerstanden, haben aber vergünstigte Tickets für das Riesenrad erstanden. Es ist mit 165 m Höhe das Grösste der Welt, steht neben der Formel 1 Boxengasse und bietet einen spektakulären Blick über die Stadt.
Dann geht's zurück zum Hotel, die Müdigkeit macht sich wieder bemerkbar.
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Auf dem Heimweg machen wir noch einige Fotos vom spektakulären Marina Bay Hotel, dann ergattern wir uns ein Taxi. Um 6 treffen wir uns in der Lounge zur Happy Hour. Es gibt Cocktails, Bier oder Wein, dazu viele kleine Köstlichkeiten, salzig oder süss - alles kostenlos. Nach 2 Stunden haben wir so viel gegessen (und so viele Cocktails intus), dass wir auf ein Dinner verzichten.

Mittwoch, 2. Oktober
Der Wecker geht heute um 4 Uhr ab, das Taxi ist überpünktlich und um 4 Uhr 50 sind wir bereits auf dem Weg zum Flughafen. Es ist noch wenig los auf den Strassen, 20 Minuten später sind wir schon dort. Einchecken, im Starbucks noch den Morgenkaffee nachholen, es kann losgehen. Der Flug nach Bali dauert knapp 2.5 Stunden, die Landung vom Meer her ist recht spannend. In Denpasar angekommen beschaffen wir uns zuerst Bargeld. Eine halbe Million Rupien bietet der Bancomat maximal an, ich beziehe die Summe gleich doppelt (bin somit Millionär) - es entspricht knappen 100 CHF.
Die Einreise ist unkompliziert, ein Taxi bringt uns für 100'000 zum Hotel Puri Bali in Jimbaran. Schon der erste Eindruck macht klar: jetzt beginnen die Ferien. Wir erhalten einen Welcomedrink an der Puri Bar am Strand, werden in die überschaubare und paradiesische Anlage eingeführt und landen schliesslich in den Cottages 42 und 43. Es sind grosse Bungalows mit Strohdach, einer grossen Badewanne und einer Dusche im Freien. Hinter den Kulissen viel Hitech - sogar auf das Internet muss man nicht verzichten.
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Den Nachmittag verbringen wir am Strand, der sauberer ist als wir dies aufgrund der Reiseberichte erwartet hätten. Auch das türkisfarbene Meer ist schön, die Wassertemperatur liegt bei etwa 25 Grad. Am Abend gibt es ein spezielles chinesisches Nachtessen, dazu eine typisch balinesische Barong-Tanz-Show. Die Geschichte dahinter verstehen wir leider nicht, und als wir am Ende zögerlich zu Klatschen beginnen, wissen wir nicht, ob dies angebracht ist (ist es aber, wie wir später vom Personal erfahren).
Die kommenden 2 Tage nutzen wir zum Ausspannen und geniessen die tolle Anlage, die guten Cocktails und das ausgezeichnete Essen. Wir entdecken auch, dass Bali sehr guten Wein produziert - speziell der weisse Alexandria hat es uns angetan.

Samstag, 5. Oktober
Heute Morgen stehen wir um halb 7 auf, unser röhrender Haus-Gecko hat uns diese Nacht eh nicht viel schlafen lassen.
Pünktlich um 8 Uhr werden wir abgeholt, wir haben die Rundreise „BALI INTENSIV“ gebucht. Unsere balinesischer Führer heisst Joe. Er spricht recht gut Deutsch und kennt sogar einige schweizerdeutsche Ausdrücke. Mit unserem KIA-Kleinbus fahren wir zunächst in eine Textilmanufaktur, wo wir uns Sarongs kaufen, ein Tuch, das wir für den Besuch einiger Tempel umbinden werden.
Der erste Tempel, den wir besuchen, liegt in Batubulan. Hier kommen wir wieder in den Genuss des Barong-Tanzes - dank einer (deutschen) Kurzbeschreibung, die wir am Eingang erhalten, kennen wir ab jetzt auch den Inhalt der Geschichte, die im Tanz erzählt wird.
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Danach besuchen wir einen Tempel mit einem Gerichtsgebäude in Klungkung, bevor wir uns den „Muttertempel“ in Besakih anschauen. Die Anlage ist ebenso imposant wie die Postkartenverkäuferinnen aufdringlich ;-).
Nach dem Mittagessen mit einem sehr guten balinesischen Buffet besuchen wir noch das Dorf Tenganan, eine Art balinesischer „Ballenberg“, wo die Leute noch nach alter Tradition leben.
Die erste Nacht auf der Rundreise verbringen wir im Hotel Candy Beach, das gerade renoviert wird. Dafür ist Nachtessen gratis - das Buffet bietet aber eine magere Auswahl und das Essen schmeckt alles andere als gut. Dazu kommt ein mässiger Service und Personal, das keinen motivierten Eindruck macht. Unser Zimmer ist zwar sauber, aber eher klein, die Türe lässt sich nur mit Mühe schliessen und die Toilettenspülung hat Dauerbetrieb. Naja, es ist zum Glück nur für eine Nacht.

Sonntag, 5. Oktober
Heute Morgen stehen wir wieder um 7 Uhr auf. Das Frühstücksbuffet ist auch eher bescheiden aber immerhin besser als das Nachtessen. Um 8 Uhr 30 werden wir abgeholt. Wir fahren zunächst zum Fledermaustempel Pura Goa Lawah bei Candidasa. Eine Höhle in der eher kleinen Anlage beherbergt etwa 1200 Fledermäuse. Joe meint "Gömmer wytter" und bringt uns nach Mas, zur Hochburg für Schnitzereien. Dort können wir den Künstlern bei der Arbeit zusehen und einige schöne Stücke bewundern. Danach kommt ein Fotohalt, bei dem wir die typischen treppenförmig angelegten Reisplantagen bestaunen können, die man aus den Bali-Prospekten kennt.
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Dann ist schon wieder Mittagessen angesagt. Es gibt wieder ein feines Buffet, diesmal mit Blick auf den Vulkan Gunung Agung. Die Spuren des letzten Ausbruchs sind noch deutlich zu erkennen.
Danach besuchen wir noch den kleinen, aber sehr schönen Bauerntempel Pura Beji bei Sangsit.
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Heute übernachten wir im Hotel Puri Bagus in Lovina. Das Bungalow ist gross und hübsch, die Anlage wirkt sehr gepflegt. Zum Geniessen bleibt aber wenig Zeit, Joe holt uns zum Nachtessen ab und führt uns in ein kleines lokales Restaurant. Das Essen ist wiederum sehr gut und dazu sehr günstig, für 4 Personen kommen inklusive einer Flasche lokalem Rosé gerade einmal etwa 80 Franken zusammen.

Montag, 6. Oktober
Heute Morgen stehen wir erst nach 7 Uhr auf. Das Frühstücksbuffet im Puri Bagus Lovina ist gut, um 9 Uhr werden wir abgeholt. Die erste Station heute ist ein Wasserfall. Bis dahin gehen wir vom Parkplatz aus gut 10 Minuten zu Fuss, was eine willkommene Abwechslung ist. Wir sind früh dran - der Wasserfall kostet zwar schon Eintritt, die Souvenirstände werden aber erst langsam geöffnet.
Das Morgenprogramm wird mit einem Besuch des Tempels Pura Ulan Danu am Bratan-See abgeschlossen. Die Anlage ist sehr gross, bietet tolle Farben und die Lage ist wie aus dem Bilderbuch.
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Am Nachmittag steht der Besuch einer Gewürzplantage auf dem Programm. Dort können wir auch verschiedene Kaffees und Tees degustieren, die man anschliessend auch kaufen kann. Die meisten schmecken ausgezeichnet, so dass man im Shop nachher die Qual der Wahl hat. Nur der berühmte Luwak-Coffee, zu dessen Herstellung die Kaffeebohnen zuerst den Verdauungstrakt einer Katze durchlaufen, schmeckt uns nicht besonders, womit das teuerste Getränk im Regal bleibt.
Die letzte Station heute ist der Tanah Lot Tempel, der direkt am bzw. bei Flut im Meer steht. Auch diese Anlage ist riesig und eindrücklich. Danach geht es ins Maya Ubud Hotel, das im Landesinneren liegt. Die Anlage ist streng bewacht und sehr gross, das Zimmer ist zwar schön, hat allerdings Kühlschrank-Charakter - die Klimaanlage steht auf 15 Grad (…aber nicht mehr lange). Da es schon ziemlich spät ist, können wir auch das Angebot dieses Hotels nicht nutzen, wir haben Hunger und begeben uns ins Restaurant. Wir entscheiden uns für den Teppan-Grill und bekommen kurze Zeit später eine spektakuläre Kochshow vorgesetzt. Das Essen (Surf & Turf) ist fantastisch. Danach noch ein Absacker noch an der Bar, es heisst für den letzten Reisetag vorschlafen.

Dienstag, 7. Oktober
Das Frühstücksbuffet steht dem Nachtessen in nichts nach. Heute geht es erst um 9 Uhr weiter, es steht nur noch der Transfer ins Matahari Beach Resort auf dem Programm. Die Fahrt durch den Verkehrsdschungel mit Hunderten von Rollern dauert gut 3 Stunden. Unterwegs machen wir nochmals einen
Fotostop bei Reisfeldern und bei den Zwillingsseen, auf eine Besichtigung der lokalen Malerei verzichten wir.
Gegen 13 Uhr treffen wir in Pemuteran (ganz im Nordwesten von Bali) ein und bald sitzen wir mit einem tollen Welcome-Drink vor dem Bungalow.
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Die Anlage ist weitläufig, sehr schön gestaltet und sehr gepflegt. Die Bungalows, wir haben Garden View Deluxe, sind grosszügig und mit einem grossen Badezimmer und einer Aussendusche ausgestattet. Der Strand mit schwarzem Sand ist etwas tückisch, da er zu Beginn steinig ist, ansonsten aber sehr schön und sauber. Das Meer hat gegen 30 Grad - herrlich. Es gibt 2 Restaurants, eines direkt am Strand und eines neben der Rezeption, das auch das tolle Frühstücksbuffet beherbergt. Wir haben Halbpension und können für das Nachtessen jeweils zwischen 2 verschiedenen Vor- und 3 verschiedenen Hauptspeisen auswählen. Die Wahl ist nicht immer leicht, aber egal wie man sich entscheidet, das Essen ist ausgezeichnet. Das Personal ist extrem freundlich, man wird rundum verwöhnt. Während der 6 Tage, die wir hier verbringen, haben wir auch Gelegenheit, das tolle Spa zu besuchen. Eine Stunde Massage kostet etwa 60 US$, Tee vorher und nachher sowie Eintauchen in eine andere Welt inklusive.

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Montag, 14. Oktober
Alles hat ein Ende - auch die Baliferien sind viel zu schnell vorbei. Um 12 Uhr werden wir pünktlich abgeholt. Die Fahrt im klimatisierten Kleinbus nimmt wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der zahlreichen Staus auf den schmalen Strassen länger in Anspruch als geplant, nach etwa 4.5 Stunden treffen wir aber am Flughafen ein. Um 20 Uhr geht unser Flug nach Singapur, etwa um Mitternacht starten wir von dort Richtung Frankfurt, wo wir morgens um halb 7 Uhr landen - bis hier sind wir gut 24 Stunden unterwegs gewesen.

Fazit
Bali ist leider sehr weit weg, mit dem Jetlag haben wir in beide Richtungen unsere liebe Mühe gehabt. Dennoch war die Reise super. Singapur ist auf jeden Fall einen Abstecher wert, es hätten auch noch ein bis zwei Tage mehr sein dürfen. Bali ist eine tolle Ferieninsel. Die Hotels sind (Ausnahme siehe oben) top, die Leute freundlich, die Eindrücke toll - es ist eine andere Welt. Die Rundreise war spannend, lediglich die Route könnte noch optimiert werden, wenn jemand (wie wir) die Reise im Norden beendet - so müsste man evtl. nur einmal statt dreimal über den Pass fahren. Der Verkehr auf der Insel ist chaotisch, die Strassen meist überlastet und der Empfehlung, kein Auto (und erst recht kein Motorrad) zu mieten, sollte man unbedingt nachkommen. Die lokalen Fahrer meistern die Strecken hingegen gut (ab und zu einfach wegschauen). Die lokale Reiseleitung (von Dertour) war ebenfalls sehr gut und hat uns viele Informationen über das Land, die Leute und die Rituale vermittelt (fast zu viel, um alles behalten zu können ;-)).